Chronik

Das heutige Gasthaus „Zum Rossbrunnen“ steht an einem historisch bedeutsamen Platz Butzbachs. Als Haus „bey dem rosseborne unde bey der wede“ wird es bereits 1350 in einer Darmstädter Urkunde erwähnt.

Hier wurde über Jahrhunderte hinweg das Vieh getränkt. Bis in die fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts spendete der Brunnen frisches Wasser.

Angaben zu den Hausbesitzern lassen sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals betrieb Friedrich Arndt eine Seifensiederei und Georg Djelius eine Bierbrauerei im Haus Roßbrunnen. 1819 gelangte das Gebäude in den Besitz des Buchbinders Heinrich Weickardt, der die Mauer um die Butzbacher Markuskirche stiftete und baute 1858 erwarb Heinrich Jung das Haus und wandelte die Bierbrauerei in Waschküche und Viehstall um. Elf Jahre später entstand unter dem neuen Besitzer Wilhelm Schneider eine Metzgerei, die 90 Jahre lang Bestand haben sollte. 1886 erstellte die Familie Schneider einen Anbau am Wohnhaus mit Torfahrt und Stallung, das Wohnhaus wurde durch einen zweiten Stock erweitert.

1906 ging das blühende Geschäft an die Söhne Heinrich und August Wilhelm Schneider über. Sie eröffneten das „Gasthaus zum Roßbrunnen“ und führten die Metzgerei weiter.

Das bald über Butzbach hinaus bekannte Gasthaus erfreute sich lebhaften Zuspruchs. August Wilhelm Schneider war weithin als „Roßbrunnenschneider“ bekannt. Der Deutsche Turnerbund fühlte sich hier so wohl, das er seine Initialen über der Eingangstür anbrachte und den den „Roßbrunnen“ zu einer Stätte der Begegnung der Turner werden ließ.

1959 ging das Anwesen auf Otto Rattka über, acht Jahre später war Karl Scheld Inhaber, bis in den siebziger Jahren die Gastwirtschaft „Zum Roßbrunnen“ geschlossen wurde.

Danach erwarb die Stadt Butzbach in Verbindung mit dem Sanierungsbüro der Nassau Heimstätte das mittlerweile baufällig gewordene Gebäude.

Im Jahre 1983 begann Johannes Jaksch mit der Sanierung des Hauses, dabei wurde der 1886 erstellte Anbau abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Dieser bildet mit dem Altbau eine harmonische Einheit, die dem Roßbrunnenplatz wieder neue Geltung verschafft. Im Obergeschoß des neuen Gebäudes wurde eine Zahnarztpraxis eingerichtet. Am 29.11.1984 wurde das „Gasthaus zum Roßbrunnen“ als rustikales Altstadtrestaurant unter der Leitung der Familien Pesce und Attorre neu eröffnet.

Seit 01.06.1995 Familie Sangiovanni.

Seit 01.01.2007 Familie Cetrangolo.